Gastspiel: Sein oder Nichtsein

von Nick Whitby nach dem gleichnamigen Film von Ernst Lubitsch in einer Inszenierung der Cammerspiele.

August 1939. Die politische Lage zwischen Deutschland und Polen ist angespannt, doch am Warschauer Polski-Theater geht alles seinen Gang. Das exzentrische Schauspielerehepaar Josef und Maria Tura wetteifert allabendlich um die Gunst der Zuschauer und Regisseur Dowasz kämpft mit der Zensurbehörde um die Aufführung seiner Nazisatire Ein Geschenk von Hitler. Doch plötzlich kommt alles anders: Es ist Krieg und das Theater muss schließen. Eine Liste mit den Namen polnischer Untergrundkämpfer droht den Nazis in die Hände zu fliegen. Für die in den Spionagefall verstrickten Schauspieler gibt es nur eine Möglichkeit dies zu verhindern: Als Nazis verkleidet planen sie einen Coup, ein Verwechslungsspiel, welches gefährlich nah am echten Leben stattfindet…

Ernst Lubitsch porträtiert in seiner Filmkomödie »Sein oder Nichtsein« polnische Schauspieler, die, wie er sagt, »auch in den dunkelsten Stunden Mut und den Scharfsinn und auch den Sinn für Humor nicht verloren haben«. Lubitsch war Mitglied der Hollywood Anti-Nazi League, die sich zum Ziel gesetzt hatte, über den Faschismus aufzuklären. Der Film erscheint in den amerikanischen Kinos im Kriegsjahr 1942, zu einem Zeitpunkt, als die Deutschen im Osten auf dem Vormarsch sind. In diesem politischen Klima stößt seine im Nachhinein bemerkenswerte Prophetie auf empörte Ablehnung. Erst zwanzig Jahre später wird er in Europa wiederentdeckt und feiert Erfolge als wunderbar anarchische Anti-Nazi-Komödie, die eine unterhaltsame Utopie des Widerstandes entwirft.

Pressestimmen:

“Die Cammerspiele haben wieder einmal bewiesen, dass sie Sommertheater können.” (LVZ, Torben Ibs)
 
“Der Regisseur hat, zusammen mit seinen Darstellern, ein temporeiches Stück mit viel Witz und Charme auf die Bühne gebracht.” (ArtiLeipzig, Victoria Vorbröcker)
 
“Tolle Kostüme, tolle Location, wirklich sehenswertes Stück!” (RadioMephisto, Maria Kolberg)

Regie: Sebastian Börngen

Es spielen: Madeleine Brandt, Enrico Engelhardt, Tim Josefski, Karla Müller, Christian Strobl, Josef Weitenbörner
Dramaturgie: Eszter Dunkl
Kostüm: Henrike Katharina Fischer
Bühne: Liese Endler, Josef Weitenbörner
Assistenz: Dorothea Wagner
Technik: Miriam Vohla