Knalltheater: Der Mondgucker

Gastspiel des Knalltheater im Neuen Schauspiel für Zuschauer ab 12 Jahren

Clown Gerno Knall alias Larsen Sechert

Clown Daniel sitzt in seinem Zimmer und schaut hoch zum Mond. Er hat Angst, selbst nicht so leuchten zu können wie der Mond am Himmel, deshalb spielt Daniel immer nur für sich allein und seinem Quietsch-Entchen. Dabei überlegt er, wie er sich der Außenwelt zeigen kann. Daniel sucht seine vollkommene Figur. Sein Nachbar, der ihn heimlich beobachtet, wird Zeuge wie Daniel seinen Auftritt, den er immer wieder auf den Nimmerleinstag verschiebt, übt, variiert, wieder verwirft und schließlich neu konzipiert. Gegen Ende, nachdem sich Daniel auf zum Mond gemacht hat, weil „Da kann mich jeder sehen. Da muss ich mir nicht überlegen, in welcher Figur ich mich zeige. Da bin ich einfach Mond, mal groß, mal klein, mal ganz mittel…“ übernimmt der heimliche Beobachter seinen Monolog und stellt fest: „Das mit seinem Verschwinden auch irgend etwas in mir verschwand.“

„Der Clown Daniel hat Angst, selbst nicht so leuchten zu können wie der Mond am Himmel, der ja ein Inbegriff von Poesie und Träumerei ist. Dieser Mann, dessen Beruf die Unterhaltung eines lärmenden und fordernden Publikums ist, und der sich statt dessen mit seinem Quietsch-Entchen unterhält, weil er sich vor den Menschen fürchtet, steht im Mittelpunkt des tragikomischen Stückes. Diese lebensfremde, ja vernunftswidrige Konstellation birgt reichlich Absurdes.“ (J. Lochner, LVZ vom April '03) „Es wird still im Raum, als der Mann mit dem Koffer die Bühne betritt. Er spricht von seinem Nachbarn, seinem Gegenüber, und irgendwie auch seinem Alter Ego: von Daniel, dem Mondgucker. Dieser Daniel ist ein Clown auf der Suche nach einer Figur, die die seine sein kann, und stellt alle möglichen Figurationen seinem Quietsche-Entchen vor. Mit der Ruhe im Zuschauerraum ist es da bald vorbei. Das Schauspiel provoziert nicht nur vornehmes Kichern, sondern schallendes Gelächter.“ (Torben Ibs, LVZ vom 17.Juli '08)