"körper die du haben sollst"

Theaterperformance von der Leichtschiff Compagnie

Hier ein kleiner Vorgeschmack...

Ein Abendessen – man kommt zusammen, genießt die Gemeinschaft. Es gibt viel zu bereden. Neun Menschen, neun Zustände – alle miteinander verbunden. Doch die Gemeinschaft beginnt auseinander zu brechen, Gefühle wie Zugehörigkeit und Vertrautheit verlieren sich. Besonderheiten des Einzelnen brechen aus dem Deckmantel der Konformität. Was bleibt, ist die einzelne Person – die Verhandlung mit sich selbst. Wie sehr hängt Individualität, geistige Gesundheit von Gemeinschaft ab? Im Laufe des Stücks werden Prozesse gezeigt, die das Individuum hinterfragen, die Zurechnungsfähigkeit anzweifeln und Eigen- und Fremdwahrnehmung des Einzelnen misstrauen. Das Ich beginnt zu verschwinden. Wo endet das Individuum und wo beginnt der Andere? Eine unkonventionelle Handlung, ein nicht akzeptiertes Gefühl, ein falscher Gedanke – wann sind wir gesund? Was macht uns krank? Wer legt das fest?
Die Leichtschiff Compagnie hinterfragt in ihrem Stück „„körper die du haben sollst“ gesellschaftliche Strukturen und Machtgefüge. Mittels Tanz, Sprache, Live-Musik und Klanginstallationen wird die Autonomie des Einzelnen angezweifelt, gleichzeitig der Gedanke an das Kollektiv zerstört. In fünf Räumen des Neuen Schauspiel Leipzig werden Gesundheit und Krankheit, Ernüchterung und Wahn, Rückzug vom Leben und Sehnsucht nach Gemeinschaft behandelt. Der Roman „Klapsmühlentrip“ von Kate Millett diente als literarische Vorlage sowie eigene Erfahrungen der Darsteller. Millett schreibt: „Ich werde nicht, was ich bin, sondern was ich ihrer Meinung nach bin“ – die Leichtschiff-Company geht diesem Zustand der Selbstfindung, des Selbst-Verlustes und den sich daraus erschließenden Konsequenzen nach.