Konzert: Beat Freisens Spelunkenorchester

Ein jazzig-orchestraler Ohrenschmaus - und alles andere als verrufene Kneipenmusik!

Das Spelunkenorchester, 2006 in Leipzig gegründet, vereinigt ein klassisches Streichquartett mit einem Jazz Piano Trio. Die siebenköpfige Band spielt eigene Kompositionen, die aus den Möglichkeiten beider standardisierter Klangkörper schöpfen und in deren Verbindung sie ihre Sprache formen.

Man lernte sich bei gemeinsamen während des Studiums an der Musikhochschule Leipzig kennen. Schon nach dem zweiten Konzert folgte eine Einladung zum Hauptprogramm der Leipziger Jazztage. Schnell wurde aus dem Projekt ein internationales Ensemble mit einer immer klarer werdenden Vision, eine lebendige aktuelle Kammermusik zu spielen, die keine Berührungsängste kennt und weder den Blick in die Vergangenheit scheut, noch Angst vor der Zukunft hat.
Die Kompositionen verwenden vielfältige Techniken und Strukturen klassischer Musik und weben in diese die kraftvollen Momente der Spontanität und Einzigartigkeit des immer wieder Neuen ein, die nur die Improvisation bietet. Immer der kompositorischen Idee folgend, begegnet die Musik der Vokalpolyphonie oder Zwölftonfolgen, auf Aleatorisches folgt ein schlichter vierstimmiger Satz, oder gar ein Rockriff. Kaffeehausmusik und Polkanachschläge begegnen der Tonsprache des 20. Jahrhunderts.

„Dabei entsteht eine Klangwelt, die ihres gleichen sucht - aber wohl nicht finden wird. Wohlklang und schräge Improvisationen, rhythmische Passagen und ausufernde Klangteppiche wechseln sich mit Momenten konzentrierter Stille ab, in denen die Violine einen einzelnen langen Ton ins Unerträgliche steigert: moderne Musik, die fesselt und berührt.“ (Trierer Volksfreund)
Die Botschaft des Ensembles scheint anzukommen, “nämlich die von der Grenzenlosigkeit von Musik, von der ewigen Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und letztlich auch die von der Kunst tiefer Verschmelzung unterschiedlichster Musizierstile. Das alles freilich ohne jeden Zwang, die eigene Musizierweise eventuell irgendwann und irgendwie aufgeben zu müssen.“ (Dresdner Neueste Nachrichten)

Das Orchester war Finalist bei den bundesweiten Nachwuchswettbewerben „Startbahn Jazz“, und dem 16. Jazznachwuchsfestival und spielte bei diversen kleinen und großen Jazzfestivals wie den Leipziger Jazztagen oder Late Night Jazz im großen Saal der Semperoper, Dresden. Es stand schon auf einer Bühne mit internationalen Größen der Jazzszene wie dem Trio The Bad Plus oder Charles Lloyd Sangam Trio.
Im August 2010 erschien die erste CD bei Konnex Records in Berlin.

Aus dem Programm der 31. Leipziger Jazztage: "die Entdeckung des Jahres 2007: Piano Trio und Streicher – vitale Kombinationen und neue Perspektiven"

Beginn: 20 Uhr