Konzert: Wolfgang Müller - live!

„Einer der fähigsten Songwriter des Landes und ein wahrer Meister des Beiläufigen, der kleinen Geste.“ ("Rote Raupe") - sollte frau/man nicht verpassen!

Support: Sabiin https://sabiin.bandpage.com/

„Beste Poesie: ein Traum – und dabei sehr real.“ (Hamburger Abendblatt)

Gut drei Jahre nach seinem letzten Album „Gegen den Sinn“ erschien im Dezember 2012 das neue Studio-Album „Über die Unruhe“ von Wolfgang Müller. Sein im Sommer zuvor erschienenes Akustik Album AHOI gab mit zwei bis dato unveröffentlichten Songs bereits einen Vorgeschmack auf das was da jetzt kam. 

War Wolfgang Müller die letzten Jahre noch eher ein Geheimtipp, hat sich Dank Auftritten bei Inas Nacht und TV Noir mittlerweile herumgesprochen, dass es sich lohnt, den leisen, unaufgeregten Songs des 37 Jahre alten Wahlhamburgers Gehör zu schenken. Im Gegensatz zu den letzten beiden Alben, bei denen es hauptsächlich um das Suchen und Finden von Liebe und Sinn ging, stellt „Über die Unruhe“ einen Kontrapunkt dar und wirft alles bisher Erdachte wieder über den Haufen.

Ich kann kein Wort mehr über Liebe verlieren, ohne laut zu lügen oder mich verlogen anzuhören singt Wolfgang Müller gleich im ersten Stück „Auf die Füße“, und damit ist die Richtung vorgegeben. Elf Songs wie elf Steine, die fliegen, rollen, fallen, weh tun und in kein Regal passen. Jede Frage wird nur beantwortet, um die Antwort im nächsten Satz gleich wieder in kleine Stücke zu hauen.

Jeder Engel, der den Himmel verpasst, findet auf der Spitze einer Plattennadel Platz / Dann musst du kotzen / auf den schönen neuen Bademantel von deinem ungeduschten Leben ist im Titelstück „Über die Unruhe“ zu hören, und weiter in „Hinter den Häusern“: Ich glaube fest daran, hinter den Häusern fängt das Meer an, hinter den Schienen gleich die Dünen, solang wir nicht nachsehen gehen. Es ist kein seelenstreichelnder Pop der da zu hören ist, aber auf eine seltsame Art und Weise spendet dieser Scherbenhaufen aus Hoffnungen, Sehnsüchten und Ängsten trotzdem Trost und Zuversicht.

Musikalisch hat Wolfgang Müller die Pfade des Chansonhaften ein wenig verlassen und liebäugelt eher mit Folk und klassischem Songwriting. Spartanisch instrumentiert, hauptsächlich nur mit Bass, Schlagzeug, Klavier und E-Gitarre in wechselnder Besetzung, unterstreicht „Über die Unruhe“ Müllers virtuoses Gitarrenspiel auf eine beiläufige und kraftvolle Art und Weise und lässt viel Raum, in die poetischen und trotzdem kratzigen Texte einzutauchen.

Ganz im Zeichen des Wechsels erscheint das neue Album auf Wolfgang Müllers eigenem Label Fressmann. Nach 5 Jahren guter Zusammenarbeit mit Michy Reinckes Label Rintintin Musik war es Zeit, neue Wege zu gehen. „Über die Unruhe“ wurde übrigens zu einem großen Teil über Crowdfunding finanziert. Dabei konnten Unterstützer das Album vorbestellen, Tickets erwerben oder sich einen Platz in einem exklusiven Prerelease Konzert sichern. Die anfängliche Skepsis, ob dieses Modell funktioniert, wich schnell ungläubiger Begeisterung: Das Projekt auf startnext.de wurde in der Hälfte der Zeit und mit 120% überfinanziert.