Noise. Dancing in the street

Theater/Performance-Gastspiel: Eine Produktion von Elsner/Meckel in Zusammenarbeit mit Werkstattmacher e.V. und LOFFT.Leipzig

Endlich, als man meint, die Spannung könne nicht länger andauern, ohne in einen tausendfachen Schrei, einen Tumult, eine Raserei zu zerplatzen, höre ich in der Stille Pferdegetrappel und das Knirschen von Rädern.Eine unzählige Menschenmasse wälzt sich heran. Es scheint als seien alle Menschen der Stadt im Anmarsch. Voran schreitet ein Trupp sonderbar bekleideter Burschen und Mädchen. Und von dieser anmarschierenden Masse fühle ich etwas Strahlendes ausgehen... Fest eingewickelt wache ich auf: in meinem Rücken die Dämmerung. Dann Taubheitsgefühle, einzelne Sequenzen setzen ein. Viele hatten die Faustschläge und Fußtritte bevorzugt. Es regnete Schubkarren und Pferde im Loop.


Die Geschichte des Einzelnen ist eine Geschichte der Krise. Seine Geschichte der Krise. Aber in dieser Krise ist er nicht allein, sie betrifft alle, denn jede Geschichte ist krisenhaft. Und so kommt es zur Solidarisierung derer, die sich an nichts mehr halten können, denen nichts als sicher, als gegeben erscheint. In dieser Unaushaltbarkeit muss es früher oder später den massenhaften Ausbruch aus dem Alltag geben. Der singuläre Mensch scheint aufzugehen in eine ihm immanente Pluralität. An diesem Punkt beginnt der Rausch, wird das Noise unüberhörbar. Aber die Gemeinschaft des Rausches ist eine temporäre Erscheinung. Ihre Auflösungserscheinungen sind vielfältig. Ob Unterdrückung, Zerfall, Chaos oder Erfolg ihr Ende markieren, ist immer offen - auch wie der einzelne das geschehen durchlebt: ob er sein Selbst behaupten kann, im Treiben untergeht, oder sich bis hin zur Aufgabe seines Seins verausgabt.

noise erzählt die Geschichte von vier Menschen, die sich in diesen Rausch begeben und dabei an ihre eigenen Grenzen und die der Gemeinschaft stoßen. Basierend auf einem Flickenteppich aus Erlebnisberichten, Songtexten und Selbstgeschriebenem ist ein Theaterabend entstanden, der irgendwo zwischen Performance und Sprechtheater liegt.


Zur Gruppe
Die Beteiligten kamen aus unterschiedlichsten Theaterkontexten zu dieser Produktion zusammen. Die Hintergründe reichen von Arbeiten mit und Assistenzen bei Enrico Lübbe, Albrecht Hirche, Bruno Cathomas, Markus Bothe, Matrin Zehetgruber, Turbo Pascal und anderen an verschiedenen Häusern (u.a. Schauspielhaus Chemnitz, Schauspielhaus Frankfurt/Main, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Centraltheater Leipzig, Staatsoper Berlin, Theater Aachen, HAU Berlin) bis hin zu Performances mit dem eigenen feministischen Performancekollektiv donnas gym.

 

VON UND MIT Normen Alt, Alexander Elsner, Franziska Hilde Frank, Golschan Ahmad Haschemi, Hoang Duc Hieu, Nora Krings, Marie-Charlotte Lukowsky, Tilman Meckel, Max Schaufuß und Anna Wille

Eine Produktion von Elsner/Meckel in Zusammenarbeit mit Werkstattmacher e.V. und LOFFT.Leipzig.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig, und die Fachschaftsräte der Institute Geschichte, Kulturwissenschaften und Theaterwissenschaft, sowie dem StuRa der Universität Leipzig.